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Joachim Bauer – ArbeitJoachim Bauer
Arbeit

KEN. »Schaffen wir die Arbeit oder schafft sie uns?«, fragt Joachim Bauer, an den ich mich vor allem wegen seines großartigen Buchs über Spiegelphänomene erinnere: »Warum ich fühle, was du fühlst«. Irgendwie aktivieren sein Buch »Arbeit« und seine Frage zur Arbeit zufällig meine Spiegelneurone.

 
 

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Joachim Bauer begründet, warum unser Glück von Arbeit abhängt und wie sie uns krank macht. Dafür reist er zunächst ziemlich weit hinein in die Kulturgeschichte. So sollen wir der Bibel nach unser Brot im Schweiße unseres Angesichts verdienen. Die klassischen Griechen fanden nur die Landwirtschaft akzeptable, weil sie produktiv ist und gleichzeitig den Körper stählt. Andere Tätigkeiten, die das Leben angenehm machen, waren dagegen eher verpönt.

Glück oder Krankheit - die zwei Gesichter der Arbeit

Übrigens ist die Bibel sich auch nicht immer einig, denn der Weisheit könne sich nur zuwenden, wer von körperlichen Tätigkeiten entlastet sei, heißt es in den »Sprüchen«. Ungefähr als könne nicht grübeln, wer gleichzeitig den Pflug bedient.

Seinem Thema entsprechend kommt Bauer auch zu Karl Marx, der die körperliche Arbeit aufwertet. Am Ende landet der Autor in der Gegenwart und bei Arbeit, die uns immer mehr vom Sinnhaften wegführt durch eine immer schnellere Taktung, gleichzeitig geschürte Existenzängste und eine körperliche Belastung, bei der das System irgendwann schlappmacht. Die mehr oder weniger selbst verantwortete Arbeitslosigkeit, Frühverrentung, Burnout und weitere gesundheitliche Störungen sind Folgen davon.

Hängt unser Glück wirklich von der Arbeit ab? Wenn ich Joachim Bauer richtig verstanden habe, möchte jeder im schwäbischen Sinn irgendetwas schaffen, also durch Tun Ergebnisse produzieren. Das möchte auch, wer sich dem offiziellen Arbeitsmarkt verweigert, mit einer noch so niedrigen Grundsicherung dann seinen Garten umgräbt und auf diese Weise produktiv ist. Arbeit rechtfertigt Existenz und zeigt, dass wir nützlich sind statt uns nur durchs Leben zu schnorren. Interessant ist, dass sie damit mehr oder weniger abgekoppelt ist von der Anerkennung durch eine angemessene Vergütung.

Andererseits ist der finanzielle Nutzen, die Wirtschaftlichkeit, eine Begründung dafür, dass immer weniger immer mehr arbeiten und dabei sogar ihre Gesundheit und wirkliche Zufriedenheit auf die Plätze verweisen. Immerhin ist man (noch) nicht arbeitslos und ohne die Bestätigung durch einen offiziellen Arbeitgeber, so gering diese Bestätigung tatsächlich auch ausfallen mag. Arbeit macht und schafft Sinn und berechtigt zur Teilnahme an Sicherheit, Konsum, (verdienter) Freizeit, Status ...

Die Kehrseite der aktuellen Medaille ist, dass wir jederzeit an allem teilnehmen wollen, was dieses Leben zu bieten hat. Multitasking heißt jedoch nicht, dass wir mehrere Dinge mit einem hohen Maß an Zufriedenheit gleichzeitig und gleichzeitig hundertprozentig tun können. Faktisch tun »Multitasker« am Ende alles immer nur halb oder noch weniger.

Da wird Bauer dann neurologisch und stammesgeschichtlich: Wir haben ein Alarmprogramm, das wir vor Jahrtausenden zugeschaltet haben, wenn Gefahr drohte. Ein Teil unserer Aufmerksamkeit scannte gewissermaßen immer wieder die Umgebung nach drohenden Gefahren. Ohne dieses Programm wären unsere Vorfahren vermutlich gefressen worden, Sesshaftigkeit, Häuserbau, Automobilität, McDonalds und Internet hätte es nie gegeben.

Allerdings war dieses Alarmprogramm kein Dauerzustand. Seinerzeit gab es auch »friedliche« Momente, in denen niemand etwas verpasste, der gerade offline oder in einem Funkloch war. Unsere Synapsen mögen keinen Dauerbeschuss und schützen sich irgendwann mit Krankheit im System - oder schalten sogar ab. Wer nicht rechtzeitig bremst und wieder entspannten Sinn im Tun findet, »burnt out« und riskiert, dass sich die Zellen im Gehirn zurückbilden oder gar nicht erst aufbauen. Für die langfristige geistige Fitness braucht es Phasen der Ruhe und Entspannung. Schließlich besucht auch niemand, der schöne lange  Haare haben möchte, jeden Tag zum Nachschneiden den Friseur.

Joachim Bauer zwingt uns mit »Arbeit« dazu, wieder den gesunden Mittelweg zu suchen. Arbeit macht Sinn und muss Sinn machen. Sie trägt zu unserer Zufriedenheit bei, solange sie nicht auf Dauer unsere angeborenen Alarmprogramme aktiv strapaziert. Zu viel schadet ebenso wie zu wenig. Wir wollen uns durch Arbeit bestätigt fühlen, das Ergebnis unserer Produktivität möglichst hautnah wahrnehmen und die Früchte unserer Arbeit genießen können. Das darf dann gerne auch in Phasen der Muße zwischendurch geschehen, was dann als Wochenende, Spiel oder Urlaub bezeichnet wird.

Ich habe Joachim Bauers »Arbeit« als ein durchaus verständliches, eher wissenschaftliches Buch erlebt. Deutlich und gut begründet wird darin, dass Arbeit - in welcher Form auch immer - Glücksprozesse freisetzt und zu viel ebenso sehr Ursache für Krankheit sein kann wie zu wenig davon. Am Ende sollte die Arbeit für den Menschen da sein statt umgekehrt der Mensch für die Arbeit.


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