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Ulrich Cardell – Anschlag im AprilUlrich Cardell
Anschlag im April

KEN. Ulrich Cardell gibt es nicht wirklich. Wer in Deutschland Thriller schreibt, muss sich anscheinend auch selbst eine Aura des Geheimnisvollen geben, so wie seinerzeit »B. Traven« oder »Trevanian« - oder die Autoren der Dreigroschen-Hefte. Nur deren Pseudonym wird dann berühmt. Dadurch wird irgendwie auch der Autor selbst ein Teil der Intrigen, wenn Kommissar Brockmann ermittelt.

 
 

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Wie in einem amerikanischen Action-Film werden sieben Wachmänner von Advanced Solar Technology in Simmern (Hunsrück) erschossen, teilweise aus nächster Nähe, teilweise von jenseits des Sicherheitszauns. Wenig später fliegt die gesamte Fabrik in die Luft - ein herber Schlag gegen eine der weltweit wichtigsten aktuellen Technologien: AST hat im Bereich der Solarforschung die Nase vorn.

Mehr als nur ein Attentat auf ein Solarforschungs-Unternehmen

Kommissar Brockmann aus Mainz wird eingeschaltet. Seine Ermittlungen führen ihn nicht nur nach Simmern zum Tatort, sondern auch nach Berlin, Paris und Ljubljana, wo er beinahe selbst Opfer seiner schießwütigen Gegner geworden wäre. Aber geht es wirklich nur um Solartechnologie? Steckt hinter dem Attentat die Balkanmafia, die ganz andere Ziele hat? Oder wollen Amerikaner und Russen den Fortschritt von AST verhindern und damit die deutsche Wirtschaft schwächen?

Brockmann gerät in einen Sumpf aus undurchsichtigen Intrigen, die sogar den Sturz der Bundeskanzlerin zum Ziel haben könnten. Irgendwann muss er dann erkennen, dass er selbst als Figur auf dem Spielbrett der Politiker inszeniert wird. Es erhärtet sich sogar der Verdacht, das Attentat könnte mit Billigung der Kanzlerin ausgeführt worden sein, um unliebsame Gegner aus dem Rennen zu werfen. Spät entpuppt sich Brockmanns einst freundlich säuselnder Mentor, Innenminister Martin, als rücksichtsloser Ehrgeizling, der weiter nach oben will und das beinahe auch schafft. Hätte er nur nicht eine so scharfe Sekretärin und ein so schwaches Herz.

Ich finde, »Anschlag im April« ist ein gelungener Thriller von einem deutschen Autoren, der auch mit seinem richtigen Namen zu seinem Werk stehen könnte. Warum sollte ein jahrzehntelanger »Leiter des Bereiches Volkswirtschaft in einem Verband des Kreditwesens«, Verfasser einer »Aufsehen erregenden Doktorarbeit«, der sich zudem für eine Tageszeitung ablichten lässt, nicht auch mit einem Thriller punkten? Irgendwann müssten die Intrigen doch aufhören, unter denen »Ulrich Cardells« Kommissar Brockmann leidet. Aber vielleicht passt das gerade nicht in die Lebensplanung des Mitsechzigers, der jetzt als Autor debütiert.

Wer »Anschlag im April« liest, wird schnell merken, dass die Beziehungen nur eine geringe Rolle spielen. Die sind - zumindest in seinem Debüt - nicht die Stärke »Cardells«. Kommissar Brockmann darf sich in Barbara verlieben und ein bisschen zärtlich kuscheln. Innenminister Martin kuschelt auch. Mit seiner Sekretärin, allerdings braucht er es ein bisschen härter. Naja. Zu Thriller gehört auch in Deutschland neben Crime auch ein bisschen Sex. Sollen die Protagonisten doch auch etwas dafür tun, dass ihnen die Fans nicht ausgehen ...

Aber für fein herausgearbeitete Beziehungen hat der Leser eh keine Zeit, weil der Thriller voller Details über Titel, Funktionen und Positionen steckt, denen man ohne Organigramm leider kaum folgen kann. Außerdem scheint man sich merken zu müssen, was in welcher zeitlichen Reihenfolge passiert, und das ist dann ziemlich nervend: »Es war 17:15 Uhr, und Brockmann wählte die Nummer ...«. Das ist ein Stilmittel, um Spannung zu erzeugen. Aber nur dort, wo es wirklich gebraucht und hinterher aufgelöst wird, macht es Sinn. Wenn zum Beispiel der Countdown einer scharfen Bombe wichtig sein sollte. Vielleicht hat sich »Ulrich Cardell« im richtigen Leben zulange mit den x-ten Stellen hinter dem Komma aufgehalten. Mich hätten dagegen mehr die Brüste der Barbara interessiert. Nur zur Entspannung zwischendurch und um ein bisschen die vielen Details in einem Alltag voller Intrigen auszublenden.


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