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SympathieMagazin Mongolei verstehenSympathieMagazin
Mongolei verstehen

Als der Filmemacher Wolfgang Luck 1991 die Mongolei besuchte, hatte sich diese gerade erst vom kommunistischen System verabschiedet. Rinderzungen waren das einzige, was es zu kaufen gab. Wenig später durchquerte er mit einer Kamelkarawane die Steppen, es entstand ein Film über das Leben der No¬maden. 2015 besuchte Luck für das SympathieMagazin »Mongolei verstehen« das Land erneut.

 
 

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Bei seiner Ankunft in der Hauptstadt Ulan Bator verschlug es ihm beim Anblick der neuen Skyline die Sprache: eine Glasfassade aus Hotels, Büros und Shopping-Malls. Rinderzungen gebe es immer noch, so Luck, doch der westliche Lebensstil habe unverkennbar Einzug gehalten.

Dabei bedient kaum ein Land unsere Sehnsüchte so sehr wie die Mongolei: die nach Ursprünglichkeit und unberührter Natur. Schnell entstehen Bilder von wilden Reitern in endloser Steppe, vom archaischen Leben der Nomaden. Gerade das Nomadentum gilt als faszinierendes Relikt aus einer anderen Zeit. Wie aber sieht die Realität aus? Die wenigsten Nomaden reiten noch, sie treiben ihre Herde mit Motorrädern oder Autos an. Die traditionelle Tracht, Deel, wird nur noch zu Festtagen angelegt. In den Jurten, den kreisrunden Filzzelten, haben Fernseher Einzug gehalten, in denen bunte Bilder aus der Hauptstadt flimmern.

Und die wirkt wie ein Magnet. Ulan Bator zieht jährlich zehntausende Nomaden an, die auf ein besseres Leben hoffen. Mittlerweile lebt fast die Hälfte der drei Millionen Mongolen dort. Die Folgen: Wohnungsmangel, Arbeitslosigkeit, Armut, Gewalt, Umweltprobleme. Der Aufschwung mit Beginn der Marktwirtschaft brachte zunächst viel Hoffnung, schreibt Myagmar Munkhmandakh, Leiterin des mongolischen Presseinstituts. Die Rohstoffe des Landes wurden erschlossen, das Bruttoinlandsprodukt explodierte. Der Boom hat jedoch nur eine kleine Schicht reich gemacht, ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut.

Wie schwierig es auch für Akademiker ist über die Runden zu kommen, zeigt das Beispiel eines Lehrers in Ulan Bator. Die meisten junge Mongolen lieben ihre Stadt trotzdem - eine Boomtown mit Bildungschancen und Karrieremöglichkeiten sei sie. Es gibt einige hochrangige Universitäten, die vor allem auch junge Frauen besuchen. Viele Kinder aus Nomadenfamilien studieren dort.

Die Leser werden mitgenommen zu einem Besuch bei deren Eltern, die in Jurten leben und alte Traditionen hochhalten: Sie tauschen Schnupftabak, spielen das Schafsknöchelspiel Shagai und feiern das buddhistische Frühlingsfest. Khöömi-Sänger lassen ihre Kehlköpfe vibrieren und stolze Ringkämpfer mes¬sen sich in Wettbewerben. Im neuen SympathieMagazin lernt man zudem eini-ges über den Schutz der scheuen Gobibären, begleitet eine Kamelkarawane auf ihrem Ritt durch spektakuläre Wüstenlandschaften, lauscht dem Singen der Dünen und geht mit ZDF-Wissenschaftsmoderator Dirk Steffens der Frage nach, warum der Himmel über der Mongolei eigentlich so blau ist.

Wird das Land seinen eigenen Weg finden? »Im Rausch der Modernisierung haben wir viel von unserem nomadischen Herz verloren«, kritisiert Dulguun Batmunkh. Gold- und Kupferminen schlagen tiefe Wunden in die Landschaft, Ziegenherden, die Kashmir für den Weltmarkt liefern, überweiden die Steppen. Der deutsch-mongolische Schriftsteller Galsan Tschinag will sein Land zu ei¬nem Naturschutzreservat für Besucher aus der ganzen Welt erklären lassen. Das Nomadentum sei ein Schatz, es zeige, wie man mit wenig gut leben kann. Armut sei ein Begriff aus dem Westen, Nomaden empfänden sich selbst nicht als arm. Sie kennen, so Tschinag, den Zwang des Uhrwerks nicht, sie haben jeden Tag wirklich gelebt. Man ahnt, wie reich Nomaden tatsächlich sind.

Text: Stephanie Arns



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