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Christine Bauer-Jelinek - Der falsche FeindChristine Bauer-Jelinek
Der falsche Feind

KEN. Christine Bauer-Jelinek glaubt nicht an eine Umkehr der »traditionellen« Geschlechterrollen zur Lösung gegenwärtiger gesellschaftlicher Probleme. Feminismus, Gleichverteilung, Frauenquoten, Frauen als Opfer und die Männer als Täter - die Lösung liegt in der Mitte und fordert Frauen wie Männer, die Verhältnisse gemeinsam zu ändern.

 
 

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Auf dieses Buch habe ich lange gewartet. Zumindest seit meines Leserbriefs im stern, warum die Frauen auch zur Bundeswehr mit Dienst an der Waffe können sollten. Wäre es doch genau so gleichberechtigt, wenn die Männer es nicht müssen müssten. Aber das ist schon lange her. Fast so lange, wie die 1970er Jahre, als Christine Bauer-Jelinek sich für die Frauenbewegung einsetzte.

Schuld sind nicht die Männer

Längst hat sie erkannt, dass die Gleichberechtigung etwas anderes ist als die Berechtigung, einst bekämpfte Verhältnisse lediglich von den Frauen weiterführen zu lassen. Bauer-Jelinek geht sogar noch weiter. Sie meint, dass traditionell die Männer im Unternehmen durchaus das Wohl ihrer Frauen und Kinder im Sinn haben. Viele Frauen dächten dagegen die Karriere ohne die Familie, die sie miternähren müssten und verzichten daher gleich ganz auf Partner und Kinder.  

Auch bei den Gehältern geht sie einem Irrtum auf den Grund. Recherchen in Österreich zufolge erhielten Männer die gleichen Löhne wie die Frauen, wenn es sich um die gleichen Berufe, die gleichen Arbeitsbedingungen und die gleichen Vorqualifikationen handelt. Frauen hätten durchaus die gleichen Chancen, wenn sie sich an traditionelle Männerberufe heranwagten.

»Schuld sind nicht die Männer«, sagt Christine Bauer-Jenlinek zur Opferrolle der Frauen. Männer sind der falsche Feind und würden sogar zu Hause bleiben, wenn ihre Partnerinnen sie genauso versorgen können würden wie es traditionell von einem Mann erwartet wird: »Männer müssen Jagdbeute liefern, sich als Versorger zeigen - wenn sie Sex haben wollen ebenso, wie wenn sie eine Familie gründen wollen.«

Nun kann man darüber streiten, ob die unbezahlte Arbeit und die emotional-sexuelle Zuwendung der Frauen durch die Ausgaben des Mannes für die Familie ausgeglichen werden. Die Autorin bricht jedoch mit den Botschaften des »Allmachts-Feminismus«, wie sie ihn nennt, der »einen Riss durch die gesamte Gesellschaft auszulösen« in der Lage sei. Der Kampf der Frauen gegen die Männer und die zwanghafte Gleichverteilung bewirkten lediglich einen Verdrängungswettkampf um bestehende Positionen, ohne dass die Verantwortlichkeiten in Familie und Gesellschaft mit übernommen würden.

»Frau sein« sei genauso wenig für eine eigenständige politische Ideologie geeignet wie »Mann sein«, schließt die Autorin. Es gebe auf Seiten der Männer wie auch auf Seiten der Frauen welche, die ihre Macht missbrauchten. Statt einander zu verdrängen, sollten sich beide um die tatsächlichen Probleme der Gegenwart kümmern - und sie eben gemeinsam lösen.

Vielleicht ist jetzt sogar eine bessere Zeit, das zu tun, als vor 20 Jahren. Seit der Geburt unserer Kinder war ich im Umfang jeweils einer halben Stelle beruflich und in der Familie tätig. Wie übrigens auch meine Frau. Wir wissen daher, dass zwei halbe Stellen finanziell weniger sind als eine ganze. Dabei freuten wir uns auf unseren beruflichen wie auf unseren familiären Einsatz und waren in beiden Bereichen deshalb wahrscheinlich 50 Prozent effizienter als ein Vollzeitler nach einer halben Woche.

Blieben Männer in unserem Umfeld ganz zu Hause, bedeutete das in der Regel einen noch extremeren Verlust nicht nur an Einkommen, sondern auch an Status. Die Familie einer Vollzeit arbeitenden Arzthelferin rangiert in beiden Bereichen eben niedriger als die Familie eines Vollzeit arbeitenden Ingenieurs. Eine halbtags arbeitende Frau wurde wegen der Doppelbelastung bedauert, schließlich würde sie nach der Arbeit noch die Familie Vollzeit versorgen müssen. Der Halbtags-Hausmann galt dagegen lediglich als zu faul für eine Ganztagsstelle im Beruf. Das hat sich inzwischen ein wenig geändert.  

Die Gesellschaft der Zukunft, und da stimme ich Christine Bauer-Jelinek zu, braucht weder die Umkehr der Verhältnisse noch den erzwungenen Ausgleich beispielsweise durch Quotenregelungen. Sie braucht eine gerechtere Bewertung der Tätigkeiten von Männern und Frauen außerhalb traditioneller Skalen und ein neues Miteinander.  


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2013 Heiger Ostertag - Operation Mauerfall

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