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 Dasa Szekely - Das Schweigen der MännerDasa Szekely
Das Schweigen der Männer

KEN. Dasa Szekely bedankt sich in »Das Schweigen der Männer« bei ihrem Vater und ihren Ex-Männern. Diese hätten sie immer wieder so wütend gemacht, dass am Ende sogar dieses Buch daraus wurde. Natürlich möchte sie nicht verallgemeinern, dass alle Männer »so« sind.

 
 

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»Warum der Mann in der größten Krise seines Bestehens ist und wie er wieder herauskommt«. Der Mann an sich oder der im Besonderen? Dasa Szekely analysiert die aktuellen Geschlechterrollen mit reflektiertem Zorn. Vielen ihrer Schlüsse stimme ich gerne zu: »In Beziehung gehen heißt auch, sich untereinander vernetzen und übergreifend zu denken, und zwar in alle Richtungen.«

Der Ausweg aus der Krise für den Mann

Heute sei die Zeit gekommen für das Ende des Spezialistentums, sagt sie. Schön wär's. Wenn Männer – übrigens auch Frauen – nicht in Systemen denken können, funktionieren wirkliche Beziehungen nicht. Männer müssen hier dazulernen, und falls Frauen – nicht die Frau an sich – systemisch gesehen tatsächlich auf einem höheren Niveau sein sollten, sollten sie damit nicht nachlassen. Die Familienpolitik der Bundesregierung, die mehr Betreuungsangebote für Kinder möchte, damit auch Frauen ganztags arbeiten können, ist dazu sicher der falsche Weg. Gleichberechtigung sollte nicht darin bestehen, die gleichen Fehler machen zu dürfen wie die Männer.

Dasa Szekelys Kulturgeschichte des Mannes ist nachvollziehbar. Durch Kriege ebenso wie durch biologische Tatsachen, die ihnen ein schwächeres Immunsystem schon in der Gebärmutter bescheren, sind Männer in der Minderheit. In den Führungsetagen und auf dem Gehaltszettel sieht das anders aus. Doch all das gilt auch für Länder, die von menschengemachten Katastrophen weitgehend verschont geblieben sind.

Die Lösung könnte nach Dasa Szekely sein, dass Männer aufhörten, sich hinter ihrem traditionellen Mannsein zu verstecken, auch wenn das einfacher ist als die wirkliche Begegnung mit ihrer Partnerin, die sie dann im Haushalt wie bei der Kindererziehung gleichberechtigt und gleichverpflichtet unterstützen müssten. Ein Mann ist auch dann ein Mann, wenn er Windeln wechselt und Elternsprecher wird. Eine Frau ist aber auch dann eine Frau, wenn sie den Kindern die Belastungen des Vaters und die gemeinsamen Entscheidungen als Eltern zumutet.

Dasa Szekely hat als Coach sehr viele Männer betreut und selbst Erfahrungen mit ihrem Vater, ihren Ex-Männern und schließlich mit ihrem eigenen Sohn gemacht. Für den ist zumindest noch nicht alles hoffnungslos. Wie die Berliner Comédienne Desirée Nick über ihren Sohn sagen würde, ist er der einzige perfekte Mann – schließlich hat sie ihn »sich selbst gebacken«.

Ansonsten gebe es heute jede Menge brillante Redner, Visionäre und Leader, die uns eine bessere Zukunft vorführen und uns auch dahin führen könnten. Es gebe Männer, die Wort halten, ihren Sinn für Ästhetik und gesellschaftliche Missstände entdeckten. Vor allem aber gebe es die anderen, die unreifen Männer, »wohin auch immer das Auge blickt«.

»Die wollen einfach nicht erwachsen werden!«, sagt Dasa Szekely.

Unreife Männer gehen nicht zum Arzt, landen massenhaft in Burnout-Maßnahmen, statt ihre Schwäche offen als Depression zu bezeichnen. Sie trennen sich von der Partnerin häufig schon im ersten Jahr nach der Geburt des gemeinsamen Kindes. Das wächst dann auch ohne Krieg und Immunschwäche ohne Vater und damit ohne ein männliches Modell auf. Und da er sich schon in der Beziehung nicht um seine Kinder gekümmert hat, wird der Vater es anschließend erst recht nicht tun.

Dasa Szekely: »Alles unreife Männer!«

Selbst die offizielle Elternzeit ist nach Dasa Szekely – die Statistik gibt ihr Recht – weiterhin vor allem Mutterzeit. Dabei wird gerade schwedischen Männern, die eine Weile daheim geblieben sind, eine höhere Sozial- und Managementkompetenz nachgesagt, wenn sie später wieder in den Beruf gehen. Immer mehr Frauen verweigern sich daher dem traditionellen »männlichen« Beziehungsstandard und verzichten auf Kinder, weil sie fürchten, außer den selbstgeborenen Kindern mit dem eigenen Partner gleich eins mehr mitversorgen zu müssen. Eines, das dann auch noch schweigt!

Frauen kommen in den Ausführungen von Dasa Szekely als Mitverantwortliche zu wenig vor, finde ich. Aber wenn das den Männern nicht passt, sollen sie zumindest in ihren Beziehungen die fehlenden Nuancen selbst berichten. Zu viele Männer können das nach Dasa Szekely anscheinend nicht.

In ihren Lösungsvorschlägen fordert sie deshalb Arztpraxen mit Spezialisten für Männer und Männerzentren, in denen Männer auf eine Weise kommunizieren lernen, dass sie anschließend auch in ihrer Beziehung (mit-) reden können. Über Gefühle zum Beispiel und darüber, wie sie sich im Haushalt und in der Erziehung einbringen werden. Staatliche Betreuungsangebote verhindern hier nämlich nur, dass Mutter und Vater sich gemeinsam um die Kinder kümmern und ihnen Rollenmodelle sein können.

»Männer brauchen Mut, sich ihren Ängsten zu stellen«, sagt Dasa Szekely. »Sie brauchen Ideen, wie das gehen könnte. Sie brauchen ein neues Rollenbild.«

Andererseits braucht es Frauen, die ihre Männer zu Wort kommen lassen, damit ein wirklich gemeinsamer Dialog irgendwo in der Mitte entsteht. Denn: »Viele Männer befürchten, dass sie darüber ihre Männlichkeit verlieren, doch das Gegenteil ist der Fall. Jene Männer, die sich ihre Schwächen eingestehen, sich gegebenenfalls Unterstützung holen und sich weiter entwickeln, sind die eigentlich Starken.«

Beide müssen über traditionelle Hürden springen, finde ich. Und nicht nur die Männer, wie Dasa Szekely sagt.

Bei Dasa Szekely kommt mir zu kurz, dass all ihre Forderungen für das Zusammenleben von Frauen und Männern eben nicht von Männerzentren, Männerärzten, Coaches und Therapeuten abhängen sollten. Männer mögen anders krank sein, vielleicht sind sie aber auch anders gesund als Frauen. Beziehungen gelingen, wenn beide gemeinsam ihre Beziehung sowie den Alltag gestalten, und wenn beide miteinander an ihrer jeweiligen Persönlichkeit wachsen.

Männer und Frauen, Frauen mit Frauen sowie Männer mit Männern dürfen auch ohne professionelle Betreuung von außen glücklich miteinander sein. Eine neue Frage könnte werden, ob die statistisch gesehen vielleicht wenigen modernen »Beziehungszellen«, denen Dasa Szekely zustimmen würde, sich schnell genug kommunizieren lassen.

Mir fällt auf, dass die »neuen Helden« gerade dann Beifall bekommen, wenn sie öffentlich von ihrem Burnout sprechen und sich dank eines professionellen Coachings eben nicht vor den nächsten Zug geworfen haben. Dazu gehört bei Dasa Szekely der Fernsehkoch Tim Mälzer. Verdächtigen Applaus gibt es auch für veröffentlichte Tagebücher über »Meine drei Monate als Mann in der Elternzeit«. Daheimgebliebene wie Ingolf Lück nutzen solche Auszeiten vor allem, um Stoff für ihr nächstes Kabarettprogramm zu sammeln.

Gleichzeitig gehen die Pioniere unter den »neuen Männern« inzwischen in Rente, und die ist erbärmlich. Denn die Welt mit ihren Männern und Frauen war damals noch nicht so weit für das neue Beziehungsmodell. Immerhin sagt Dasa Szekely über die nun wohl nächste Männergeneration, dass sie Begegnungen auf Augenhöhe will. Die bekomme er (der Mann) auch – nicht immer, aber immer öfter: »Auf Augenhöhe lässt es sich respektvoll miteinander kommunizieren und miteinander entwickeln. Auf Augenhöhe können Männer ihre männlichen Qualitäten und Frauen ihre weiblichen überhaupt erst ausleben, weil sie keine Angst vor Abwertung haben müssen.«

In Zukunft werden auch bei der Arbeit gerade die Teams erfolgreich sein, in denen Frauen und Männer, sowie Frauen mit männlichen Energien und Männer mit weiblichen Energien zusammenarbeiten.

Dasa Szekely schreibt, ihr Buch sei aus Wut entstanden. Dabei fürchten Paare, die das Szekely-Modell bereits gelebt haben und noch immer leben, dass ihre Kinder wieder die Rollenmodelle ihrer Großeltern übernehmen. Weil ihnen das eine wie das andere zu langwierig, zu anstrengend ist und der Partner/die Partnerin nicht einfach weggeklickt werden kann, verzichten viele auf ernsthafte Beziehungen außerhalb der sozialen Medien und internetgestützten One-Night-Stands.

Die Männer müssen sich bewegen. Das stimmt. Doch Frauen müssen zumindest weiter in die selbe Richtung gehen. Nur zu reden nutzt ebenso wenig wie nur zu schweigen.


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