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Buchempfehlungen der Redaktion Globalscout


Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling – TussikratieTheresa Bäuerlein und Friederike Knüpling
Tussikratie

KEN. Oh nein, nicht noch ein Tussie-Buch als Seligsprechung für das einzig wahre Geschlecht! Zum Glück sagen die Tussikratinnen in diesem Band schon ziemlich bald, dass Frauen aufhören müssen, »ihr Frau sein permanent zum Argument zu machen, damit die Köpfe frei werden für eine Diskussion, die Männer UND Frauen weiterbringt.« – Na also, geht doch!

 
 

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»Dies ist kein Buch gegen Frauen. Eigentlich sollte es nicht mal speziell über Frauen und schon gar nicht über Frauen-im-Gegensatz-zu-Männern-sein«, sagen Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling. Tussies sind für sie auch nicht die aufgebrezelten Weibchen aus der Disco von nebenan, sondern diejenigen wie Thusnelda, die Ur-Tussie und Gattin des Cheruskerfürsten Armenius. Der verprügelte 9 nach Christus in der Varusschlacht drei Legionen ansonsten übermächtiger Römer und wird seitdem als Befreier Germaniens gefeiert. Unter anderem mit einem Denkmal im ostwestfälischen Detmold.

Warum Frauen nichts falsch und Männer nichts richtig machen können

Thusnelda machte - zumindest in späteren literarischen Würdigungen - bedenkliche Erfahrungen mit Männern im Umfeld ihres Hermanns und wehrte sich heftig dagegen, als tumbes Weibchen ausgenutzt zu werden. Sie wollte nicht einfach als weitere Repräsentantin des »schwachen Geschlechts« respektiert werden.

Die »Tussikratie« ist keine weitere Kampfschrift von Frauen für Frauen: »Die Tussikratie ist der latente Druck, mit dem zurzeit über Geschlecht nachgedacht wird; der verhohlene Zwang, der kontrolliert, wer sich wie zu diesem Thema äußert, und die scheinbare Selbstverständlichkeit, mit der Geschlecht zum immer und überall geltenden Schlüsselbegriff gemacht wird.« - Das klingt eher nach Christine Bauer-Jelinek und »Der falsche Feind«.

»Tussikratie« ist ein Buch für Frauen, das auch Männer lesen sollten. Nicht jede Vergünstigung darf nach Bäuerlein/Knüpling mit dem Verweis auf das Geschlecht erstritten werden, schon gar nicht die Umkehr der Verhältnisse um Gleichberechtigung vorzutäuschen. Der Weg dahin ist noch ziemlich weit, wenn Boxerinnen in den Sportstudios die Frauenstunden bevorzugen, um die Kommentare der Männer einen Ring weiter zu vermeiden.

Noch ist wenig selbstverständlich, was Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling sich wünschen, damit das Geschlecht kein Argument mehr für vermutete und begrenzte Fähigkeiten sind. Zur Zeit ist das Frau sein in manchen »Männer«-Berufen sogar ein Einstellungsgrund, damit die Quote erfüllt werden kann. Das würde nach »Tussiekratie« unter geschlechtsbesessen gewertet und ist genau so diskriminierend gegen die Männer wie der Ausschluss der Frauen von der Arbeit an Drehbank und Amboss.

Die Zeiten haben sich geändert. Schon in den späten 1980ern hätte ich mir dieses Buch gewünscht. Damals waren Männer, die sich Beruf und Familie mit ihren Partnerinnen teilten, noch die faulen Säcke ohne Bock auf »richtige« Arbeit. Halbtags berufstätige Frauen galten als mehrfach belastet, weil sie nicht nur die Kohle heranschafften, sondern danach auch noch den Haushalt zu versorgen hatten. Eine Mitte war kaum vorstellbar.

Wer sich damals für ein Lebensmodell im Sinn von Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling entschied, muss demnächst mit ziemlich wenig Rente rechnen. Die Mitte hätte bedeutet, dass Frauen nicht nur tun können sollten, was Männer tun mussten. Es hätte auch bedeutet, dass Männer nicht hätten tun müssen, was Frauen bis dahin erspart geblieben war. Stattdessen feierten Frauen allen Ernstes den Zugang zur Bundeswehr. Die Pflicht dazu wurde auch für die Männer erst gut 30 Jahre später abgeschafft.

Wenn es um Frauen und Männer geht, landet man anscheinend immer irgendwann beim Sex. Selbst die Autorinnen der »Tussikratie«. Immerhin dürfen man(n) und frau ihre Position zu Pornos und Penisneid noch einmal überdenken. Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling leiten auch dazu mit einiger Wertschätzung an. Erstens gucken Frauen anscheinend genauso häufig wie Männer, und zweitens beleidigen Pornos im Grunde genommen Männer genauso sehr wie die Frauen. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich immer zum Thema gehören muss, aber wenn, dann treffen die beiden Autorinnen hier einen besseren Ton.


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