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Buchempfehlungen der Redaktion Globalscout


Keith Richards - Life Keith Richards
Life

KEN. Keith Richards, Mick Jagger, die Rolling Stones - in „Life" ist dieses Stück Kulturgeschichte auf eine großartige Weise erzählt. Von Keith Richards und mit Unterstützung des Journalisten James Fox. Am Anfang dieser Biographie stillen die beiden den Hunger jener Leser, die „es" schon immer gewusst haben: Dieser Typ - Keith Richards - ist ein Junkie! Oder war es zumindest einen Großteil seines Lebens. Und was für eines Lebens!

 
 

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Also geht es zunächst darum, wie der Drogenkriminelle Keith Richards von findigen Anwälten und mit viel Glück vor dem Gefängnis bewahrt wird, damit er seine Musik machen kann. Gelungener Einstieg! Tatsächlich hat es entlang der vielen Kokslinien, die er sich reingezogen hat, der Tabletten und gespritzten Drogen zuviele Tote gegeben, um das ernsthaft gut finden zu können. Ohne den Stoff hätte es aber auch die ewigen Rebellen und Schrecken aller Schwiegermütter in den 60er und 70er Jahren nicht gegeben.

Der Rolling Stone: unverwechselbar, kompromisslos

Die Rolling Stones waren die Parallelbewegung der Beatles. Beide Bands kannten sich so gut, dass sie sogar die Erscheinungstermine ihrer Platten miteinander abstimmten. Und doch gibt es keine erfolgreichere und insgesamt langlebigere Band als eben die Rolling Stones, deren Geschichte mit zwei benachbarten Jungen in Dartford in der englischen Grafschaft Kent begann. Dort kam Keith Richards am 18. Dezember 1943  zur Welt. Wenige Straßen weiter wohnte in einem etwas nobleren Viertel Mick Jagger.

Richards und Jagger spielten auf ihren ersten Gitarren sehr talentiert nach, was auch immer sie zu hören bekamen. Als Mick Jagger, Keith Richards und Brian Jones 1962 dann die Rollings Stones gründeten, waren sie bereits ziemlich fitte und unabhängige Entwickler eines Rock ‘n‘ Rolls, der wie ein Tsunami über den Planeten fegen sollte. Jahrzehntelang und mit seinen Ausläufern bis heute.

Denn auch wenn Großväterchen Keith sich inzwischen etwas beruhigt hat und in seiner Bibliothek in Connecticut Geschichtsbücher verschlingt, sagt er: »Ich kann mich auf meinen Lorbeeren ausruhen. Ich habe in meiner Zeit genug Scheiße aufgewirbelt, ich werde jetzt damit leben und mir anschauen, wie die anderen damit klarkommen. Aber dieses Wort: ‚Ruhestand‘. Ich kann mich erst zur Ruhe setzen, wenn ich den Löffel abgebe.«

„Life" war für mich packend von der ersten bis zur letzten Seite. Nicht nur wegen der Entstehungsgeschichte vieler Lieder, mit denen Keith Richards und die Rolling Stones die Welt veränderten. Das Buch ist wie eine Art Missing Link für Menschen, die in den 50ern und 60ern des letzten Jahrhunderts geboren wurden und auf einmal Verbindungen zwischen all den Musikern, Politikern, Kriminellen, Korrupten, zugedröhnten Stars und hysterisch kreischenden Jugendlichen erkennen dürfen, die damals die Nachrichten füllten.

Keith Richards Sprache und wahrscheinlich sein gesamtes Gehabe haben dabei bis heute etwas von der damaligen Haltlosikeit und des jugendlichen Stürmens und Drängens. Noch immer stürzt sich Richards mitten ins Gewühl, fantasiert über aufblasbare Hundehütten in Gestalt der Hunde, die einmal darin wohnen werden. Und er diskutiert - noch im neuen Jahrtausend und längst auf die 70 Jahre zugehend - mit (Sir) Paul McCartney darüber, wie man Künstlerscheiße poppig aufpeppen könnte, um daraus Kunstwerke zu machen.

Zwischen solchem Blödsinn geht es jedoch immer wieder um Legenden wie Chuck Berry, Muddy Waters, Etta James und Jerry Lee Lewis, die Keith Richards rauf und runter hörte, die er begleitete, die ihn inspirierten - und umgekehrt. Richards berichtet vom frühen Ruhm und den berüchtigten Drogen-Razzien, die ihm sein Image als ewiger Rebell und Volksheld einbrachten. Das hat er sich bis heute bewahrt und wirkt dabei immer irgendwie sympathisch, so wie in seiner Rolle als Captain Teague an der Seite von Johnny Depp im „Fluch der Karibik". Immer geht es auch um eine Getriebenheit, die Richards bis zu neun Tage am Stück ohne Schlaf gnadenlos kreativ sein ließ. Mit den Drogen steuerte er dabei seinen Adrenalinpegel. Bis irgendwann sogar ihm selbst der ganze Stoff zuviel wurde.

In diesem Strudel entstanden unsterbliche Titel wie „Jumping Jack Flash" oder „Honky Tonk Women", fanden Razzien statt, wurden weltweit Landesverweise umgangen, Familien gegründet und wieder aufgelöst. Was für ein Tempo über so viele Jahrzehnte! Das Buch über das Leben des maßgeblichen Rhythmus- und Leadgitarristen der Rolling Stones ist wie seine Musik. Richards Freund und Wegbegleiter Tom Waits sagt:

»Jeder  liebt Musik. Die Frage ist, ob die Musik dich liebt - und das ist das Entscheidende. Und dieses Gefühl hatte ich bei Keith sofort. Man muss Respekt haben vor dem Prozess des Musizierens. Nicht du schreibst die Musik, sie schreibt dich. Du bist ihre Flöte, ihre Trompete, ihre Saite. Bei Keith ist das nicht zu übersehen. Er ist wie eine gusseiserne Bratpfanne, aus einem Stück. Egal, ob sie heiß wird, sie springt nicht. Sie verändert nur die Farbe."

Das Buch ist wie Keith Richards Musik und seine Lieder. Temporeich und leidenschaftlich. „Life" ist mit über 700 Seiten eben nur ein bisschen dicker.



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