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Buchempfehlungen der Redaktion Globalscout


Jay Elliot, William L. Simon - Steve Jobs — iLeadership Jay Elliot, William L. Simon
Steve Jobs — iLeadership

KEN. In meinem Kollegenkreis gab es immer zwei Stämme: die Gates und die Apples. Die Gates hatten Computer, die Apples „nur" Apples. Steve Jobs galt als bunter, irgendwie ausgeflippter David, der gleichzeitig gegen die Goliaths von IBM und Microsoft kämpfte. Auch nach „Steve Jobs - iLeadership" von Jay Elliot und William L. Simon werde ich ein Gates bleiben - und mir weiter vorbehalten, den längst ebenfalls milliardenschweren David mit seinen Apples unglaublich interessant gefunden zu haben. Steve Jobs starb am 6. Oktober 2011.

 
 

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Während Apple immer mit den Namen Steve Jobs und Steve Wozniak verbunden war, kannte ich Jay Elliot noch gar nicht. Der Hauptautor von „Steve Jobs - iLeadership" stellt sich als ehemaliger IBM- und Intel-Mitarbeiter, als Mentor und väterlicher Berater von Steve Jobs vor. Damit hängt die Latte der Neutralität ziemlich hoch: Als Insider schreibt Elliot durch eine entsprechende Brille. Das ist schade, denn nach all den Nachrichten um die Erkrankungen „seines" Mündels wirkte das Buch Anfang 2011 ein bisschen wie ein vorgezogener Nachruf.

Der Apfelmann eroberte die Welt - Jobs-Biografie aus dem Inneren des Gehäuses

Das Fazit ist recht einfach: Steve Jobs war charismatisch. Diese, unsere Zeit hatte irgendwie nach ihm gerufen. Er kam, sah und siegte, war cool, jugendlich und unbezähmbar trotz Mitte 50, zudem ein Perfektionist, für den nichts unmöglich war. Egal wie sehr er heuerte und feuerte: Die Leute liebten ihn. Mit einer vergleichsweise kleinen Armee gründete, stabilisierte und entwickelte er ein Unternehmen, das mit Dingen der Unmöglichkeit die gesamte Technikwelt nicht nur auf den Kopf stellte, sondern die Mitbewerber zu immer wieder neuen Selbstverständlichkeiten zwang.

Was dabei entstand, musste Spaß machen, praktisch sein, und es folgte den Regeln Steve Jobs. Sollte ein Gerät statt mit Tastatur mit ausdrücklich nur einem Knopf bedient werden können, dann wurde es so wie seinerzeit das Licht. „Geht nicht" gab es nicht, auch wenn es am Ende tatsächlich nicht ging und Jobs sogar über Jahre von seinem eigenen Unternehmen ausgebremst wurde. Dann nahm er seine Murmeln, ging woanders spielen - zum Beispiel bei Pixar und in den Animationsstudios von Disney -, und wurde wieder eingekauft, als der Apfel schmorte.

Steve Jobs, so mein Eindruck nach „iLeadership", brannte immer volle Pulle, trotz Birkenstock-Schuhen und dem einen oder anderen Luxus-Gimmick wie seine legendäre Porsche-Armbanduhr. Wusste jemand deren „perfektes Design" glaubhaft zu würdigen, dann schenkte Jobs ihm diese Uhr, sagt Jay Elliot. Steve Jobs hatte mehr davon - aber mehr als eine Zeit hatte auch Jobs nicht. Jobs wusste das.

Der Hauptunterschied zwischen Bill Gates und Steve Jobs ist, dass der eine vor allem für Software steht, während die Apples immer auch die harte Ware mitdenken: Apple steht für Software plus Technik. Manchmal war das Design zuerst und der Rest musste folgen. Häufig gab es sogar nur eine verrückte Idee, die dann kräftezehrend solange hin- und hergewälzt wurde, bis daraus Macintoshs, iMacs, iPhones. iPods oder iPads wurden. Der Erfolg gab Steve Jobs recht.

Jay Elliot und sein Co-Autor William L. Simon beschreiben das Objekt ihres Buches als den Leonardo da Vinci der Gegenwart. Ohne Jobs‘ Fantasie und seine Begeisterung wären Mauszeiger, flexible Buchstabengrößen, What You See is What you get vielleicht nie und bestenfalls zeitverzögert auf unserem Schreibtisch gelandet. Jobs sei Dank!

Leidenschaft, etwas möglichst perfekt im Hier und vor allem jetzt zu erschaffen, sich dabei von keinem Einwand beirren zu lassen und sich eine Umgebung zu gestalten, in der Vorne die einzig akzeptierte Richtung ist - das waren die Prinzipien, die ich für Steve Jobs aus diesem Buch herauslese. Ich weiß nicht, wie platt seine engsten Mitarbeiter nach einem Arbeitstag waren, aber sie mussten voll, plus ein bisschen mehr dabei sein - oder sie wurden ausgetauscht.

So, wie Jay Elliot über Steve Jobs schreibt, war der Apfelmann nicht nur ein Buddhist, sondern Buddha Sein Mitarbeiter. Steve Jobs wirkte auf mich durch die Beschreibung in „iLeadershipo - Mit Charisma und Coolness an die Spitze" so von sich selbst überzeugt, dass nur noch er selbst sich niederringen zu können schien. Und das hat er am Ende wohl auch getan, zumindest gesundheitlich.

Beeindruckend und nachahmenswert finde ich dagegen die Idee, ein Unternehmen stets so zu führen, als sei es in einer hoch motivierten und kreativen Gründungsphase. Wie ein Flugzeug, das gerade startet. Hat es seine Reisehöhe erreicht, wird es langweilig. Die Passagiere denken nicht mehr an ihr Ende, sondern klappen die Tische herunter für das Abendessen. Gründung empfinde ich persönlich als gute Energie: Feuer statt Glut und die Asche danach.

Steve Jobs gelang es, dieses Feuer immer wieder anzuschüren. Danach gierten seine Anhänger und der Rest der Welt. Was das jedoch mit ihm machte, dafür kam dieses Buch Anfang 2010 zu früh. Als Nachruf sollte es die Antwort darauf nachreichen.



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