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Buchempfehlungen der Redaktion Globalscout


Malcolm Beith - El Chapo Malcolm Beith
El Chapo

KEN. Am Ende von „El Chapo" hatte ich keinen Bock mehr - auf mein Traumland Mexiko nicht, auf die Auseinandersetzung mit dem ganzen Drogenscheiß und die Glorifizierung der Drogenbarone dieser Welt nicht. Und auf Joaquín Guzmán sowieso nicht. Der stand 2009 auf der Forbes-Liste der wohlhabendsten und mächtigsten Männer der Welt ziemlich weit oben. Und ist ein gnadenloser Killer und Pate im übelsten Sinn.

 
 

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Joaquín Guzmán jagt seinen Widersachern in freundlichster Absicht eine Kugel in die Birne und wird auch noch dafür gelobt, dass er ihnen nicht lebendig die Eier abschneidet und danach den Kopf abschlägt, um den dann auf die Tanzfläche der nächsten Disco zu kugeln.

El Chapo - über den Drogenbaron und den Drogenkrieg in Mexiko

Vielleicht, vielleicht, denn vielleicht tut er es trotzdem und schiebt es den anderen Narcos, den Drogenhändlern, in die Schuhe. Nichts Genaues weiß man eben nicht. - Sorry, aber dieses Buch hat es in sich.

Irgendwann ließ sich "El Chapo" sogar schneller lesen. Ich habe schlichtweg den Überblick verloren, wer jetzt wen umgebracht hat. Mein Lesetempo wird damit sicher nicht der Qualität der Arbeit von Malcolm Beith gerecht, der sich seeeeehr vorsichtig bewegen musste, um dieses Buch vor allem in Mexiko zu recherchieren. Ob es sich gelohnt hat? Wie kann man einen Mythos sicher erforschen, der alles daran setzt, seine Spuren zu verwischen und - Milliardär hin oder her - nur noch in irgendwelchen unwegsamen Geländen Mittelamerikas sicher ist.

Als „Legaler" wäre Joaquín Guzmán ein großartiger Logistiker, der bequem einen weltweiten Paketdienst managen könnte, gerne auch papstnah und katholisch. So aber ist er ein skrupelloser Killer mit einer skrupellosen Armee in einer skrupellosen, weltweit agierenden Drogenszene.

Nix Kolumbien und nix Dreiländereck in Südostasien: El Chapo zerstört und verstört weltweit führend. Selbst anhand der authentischen Quellen und zahlreichen Berichte von Zeitzeugen kann sich der Newsweek-Journalist und Mexiko-Experte Malcolm Beith dem Aufstieg und Wirken Joaquín Guzmáns daher nur annähern. Seinen Fall hat Guzmán bisher verhindert.

Joaquín Guzmán wurde am 4. April 1957 in eine arme Familie in der Siedlung La Tuna bei Badiraguato hineingeboren. Dort gilt der Sohn der Stadt als Held: Er hat „es" im Gewerbe der Narcos geschafft, von dem in Mexiko viele arme Menschen leben. Tonnenweise werden die Drogen durch Tunnel zum Ober-Süchtigen USA verfrachtet. Die Vernetzung ist jedoch weltweit.

Und das alles von einem Mann, der sich irgendwie und irgendwo in Mexiko aufhält/aufhalten soll. Vielleicht stimmt aber auch das nicht.

1993 wurde Joaquín Guzmán verhaftet. Sein Imperium beherrschte er auch vom Hochsicherheitsgefängnis aus: Puente Grande in Jalisco, Mexiko. El Chapo, der Kleine mit lediglich 1,68 Metern, flüchtete am 19. Januar 2001: „Ihr werdet El Chapo niemals kriegen!"

Mexiko hat Kolumbien und das Medellin-Kartell laut Malcolm Beith längst als führende Drogenfirma abgelöst. Der mexikanische Drogenkrieg forderte allein in den vier Jahren bis 2010 knapp 30.000 Opfer, plus die Süchtigen mit den Goldenen Schüssen. Trotzdem fiebert die Welt mit diesem üblen Robin Hood mit. In Mexiko ist er ein Heiliger und in den USA ein Krimineller auf dem Niveau Osama bin Ladens, gegen den sich die moderne Verbrecherjagd erst einmal bewähren muss. Im Rest der Welt ist Joaquín Guzmán ein erschreckender Profiteur der Drogenszene.

Die Welt schaut zu wie 1988 die Deutschen beim Geiseldrama von Gladbeck, bei dem nach einer unglaublichen Presseschlappe die 18-jährige Silke Bischoff erschossen wurde. Eben mal so. Auf die Ergreifung von Guzmán sind fünf Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt. Es ist, als bräuchten wir solche Schlächter, weil selbst ein japanischer Supergau nicht reicht.  

Nach „El Chapo - Die Jagd auf Mexikos mächtigsten Drogenbaron" habe ich umgebucht. Und wenn unsere Tochter ihr internationales Praktikum woanders macht, bin ich einverstanden. Dafür musste ich Malcolm Beith und "El Chapo" lesen; die Forbes-Liste hätte dafür nicht gereicht.



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