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Chris Wolf – Überzeugend leiseChris Wolf
Überzeugend leise

KEN. Akzeptieren wir ihre Schublade, dann hat Chris Wolf ein deutliches, verbindliches und gleichzeig »leises« Buch geschrieben, ganz so wie die Menschen in der Regel sind, für die sie sich einsetzt. Sie emanzipiert die Stillen, die oft Un-Erhörten und Unterschätzten.

 
 

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Vielleicht gefällt mir das Buch, weil »Überzeugend leise!« von introvertierten Menschen handelt, die mir recht vertraut sind. »Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Das ist sein Wahlspruch, dem bleibt er hold!« So hieß es nämlich seinerzeit durchaus passend und platt gereimt in der Abizeitung über einen Mitschüler.

Die Leisen: Überzeugend, offen, kommunikativ

Seitdem hat er sich oft genug fehlplatziert gefühlt, wenn ihn jemand in die Bütt zerrte, so freundlich und ach so selbstverständlich das auch gemeint war. Am Ende war er Teil der Gruppe, die dann die Rede zur Abiturfeier hielt. Im Lauf der Jahrzehnte entdeckte er genügend Strategien, sich auch auf der Bühne zu behaupten und auf seine leise, eigene Weise Einfluss zu nehmen, seine »Stärken wirkungsvoll zu nutzen«, würde Chris Wolf sagen.

Im Myers-Briggs-Typen-Indikator (MBTI), der an Forschungen Carl Gustav Jungs und seine »Psychologischen Typen« von 1921 anlehnt, gibt es einen ziemlich verbindlichen Hinweis darauf, ob jemand introvertiert oder extravertiert ist. Chris Wolfs Buch hilft, diese Präferenz anzuerkennen, wertzuschätzen und strategisch bestmöglich einzubringen.

Zudem unterstützt sie Extravertierte, ihr anders getaktetes Gegenüber anzunehmen. Denn dass die Lauten Probleme mit den Leisen haben, gilt auch umgekehrt. Die einen brauchen Publikum, um sich aufzuladen, die anderen Rückzugsmöglichkeiten, um sich für dieses Publikum zu sammeln.

Extravertierte wünschen sich viel Lob von außen, die Introvertierten entscheiden tendenziell eher unabhängig, ob ein Projekt gut war. Sie denken vor dem Sprechen, während die Extravertierten beim Sprechen denken und dabei als ihr eigenes annehmen, was rund um sie herum laut sprechgedacht wurde. Das alles sind ebenfalls Schubladen – jedoch mit einer hohen Trefferquote.

Chris Wolf zeigt in ihrem Buch, dass Introvertierte dazu neigen, sich selbst zu unterschätzen. Auch in diesem Sinn fand ich »Überzeugend leise!« ziemlich überzeugend. Ob mit den Hinweisen zur Kundenbetreuung und in Verhandlungssituationen, zum Team- und Entscheidungsverhalten: Still sein ist keine Krankheit, sondern eine Ressource!

Unter anderem wird in diesem Buch der amerikanische Präsident Abraham Lincoln als überzeugter wie einsichtiger Introvertierter zitiert. Er war nicht die einzige Führungskraft in der Geschichte mit dieser bevorzugten Eigenschaft. Gerne hätte ich Chris Wolfs Plädoyer für die Stillen um ein weiteres historisches Beispiel ergänzt gewusst. Moses, einst im Körbchen ausgesetzt, wurde einer der größten Führer in der Geschichte der Menschheit. Er wanderte 40 Jahre durch Kleinasien auf der Suche nach dem gelobten Land und klagt im Alten Testament seitenweise darüber, dass er nicht öffentlich sprechen kann. Der Höchste hat schließlich ein Einsehen und stellt ihm seinen Bruder Aaron als Sprachrohr zur Seite.

Dass Moses am Ende seines Lebens das Gelobte Land gar nicht erblickte und auf seinen Wanderungen ganze Völker ausradierte, steht auf einem anderen Blatt. Moses/Aaron kooperierten introvertiert/extravertiert »führungstechnisch« perfekt zusammen. Vielleicht hatte auch Abraham Lincoln ja Pressesprecher als Teil seiner Exekutive. Introvertierte werden oft unterschätzt. Allein das zu wissen, ist eine zusätzliche Ressource.

»Überzeugend Leise!« bietet zahlreiche Hinweise für Strategien, damit Introvertierte es in einer lauten Welt einfacher haben. Der wichtigste Hinweis dabei ist sicherlich, dass die Stillen auch dann die Übersicht behalten, wenn die Lauten sich selbst gegenseitig übertönen. Zuhören können ist eine Qualität der Stillen, genauso wie erst fertig Durchdachtes zu präsentieren oder das wirklich Wesentliche aus dem extravertierten Rauschen herauszufiltern. Wie bei Moses und Aaron gibt es dabei keine Gültigkeit nur eines der Extreme. Erstrebenswert ist die wirkungsvolle Ergänzung im Miteinander.



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