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Hilmar Juckel und Andreas Doose - Wie Sparkassen treue Kunden abzocken Hilmar Juckel und Andreas Doose
Wie Sparkassen treue Kunden abzocken

KEN. Über Geld spricht man nicht? Hilmar Juckel und Andreas Doose tun es. Weil das Vertrauen in die Banken trotz aller Verquickungen noch immer ungebrochen ist, muss schließlich jemand etwas dazu sagen, wie »Wie Sparkassen treue Kunden abzocken«.

 
 

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Ich gestehe, dass ich von dem Sparkassen-Modell nicht viel wusste. Schließlich bin ich bei einer ganz anderen Bank. Aber die Sparkasse ist auch mit anderen Instituten und Unternehmen vernetzt, und ihre Strategien finden sich auch dort wieder. Und sei es nur, dass es inzwischen für Guthaben fast keine Zinsen mehr gibt, die Institute aber kräftig zulangen, wenn wir unseren Kreditrahmen überziehen.

… und wie Sie sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.

Dabei hat alles ganz gut angefangen: 1778 wurde die erste Sparkasse gegründet. Die »Hamburger Ersparniscasse« war eine Einrichtung der Hamburger Versorgungsanstalt, der verschiedene Versicherungszweige angehörten. Tatsächlich stand diese Sparkasse in der Tradition des Wohltätigkeitsmodells von 1138 der wohlhabenden Reichsabtei Salem in Baden-Württemberg.

Spontan erinnert mich diese Frühphase der Sparkassen an die Organisation »Grameen Shakti« aus Bangladesch, die unter anderem Kleinstsolaranlagen mit Hilfe von Mikrokrediten finanzierte und dafür 2007 den Alternativen Nobelpreis erhielt. Von solchen Geschäftsmodellen sind die Sparkassen heute weit entfernt. Sie werden ausschließlich an ihren Gewinnen gemessen; und die Geschäftsziele werden von den Mitarbeitern gegenüber den Kunden durchgesetzt.

Damit ist der Kunde vor allem ein Mittel zum Zweck, statt dass die Bank die Mittel zur Verfügung stellt, damit der Kunde seine mehr oder weniger unternehmerischen Ziele verwirklichen kann. Dabei sollten gerade die Sparkassen im Dienste des Kunden stehen und in diesem Sinn auch kontrolliert werden. Nach Juckel/Doose gibt es dort jedoch weder Vertreterversammlungen noch Jahreshauptversammlungen, in denen sich die Sparkassen vor Aktionären rechtfertigen müssten.

Als ich die knapp 200 Seiten des Buch von Hilmar Juckel und Andreas Doose durch hatte, rauchte mir der Kopf. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich so selten meine Kontoauszüge mit all den Posten nachprüfe. Sparkassen und Banken sind für mich noch immer ein Ort des Vertrauens, aber spätestens jetzt bin ich misstrauisch. So wie ich lernen musste, dass die Post eben doch nicht am Tag nach der Einlieferung ausliefert oder die Bahn den Unterschied von Zuverlässigkeit und Zufälligkeit nicht zugunsten der Kunden auslegt.

Hilmar Juckel ist Betriebswirtschaftler und Unternehmensberater. Wahrscheinlich müsste ich etwas Ähnliches sein, um alle seine scharf klingenden Analysen zu verstehen. Andreas Doose ist Bankkaufmann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht. Beide teilen kräftig gegen die Sparkassen aus. Möglicherweise stimmen nämlich schon die Kontoführungsgebühren nicht, geschweige denn die Beratungsleistungen oder die Kosten, wenn wir an einem Bankautomaten Geld abheben.

Spätestens dann werden die Autoren auch für Laien sehr praktisch. Die rechtlichen Tipps, die Juckel/Doose gemäß dem Untertitel »und wie Sie sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen« geben, könnten echt ihr/Ihr Geld wert sein. Schon dafür lohnt sich das Buch. Wir sind schließlich vom ersten Gehalt bis zur letzten Rente zwangsweise Kunden von Sparkassen und Banken.

Hilmar Juckel und Andreas Doose raten uns, zu kontrollieren statt einfach nur zu vertrauen. Trotzdem hoffe ich, dass mein Berater wie im Jahr 1138 davon ausgeht, dass er nur dann langfristig selbst erfolgreich ist, wenn er auch mich im Rahmen seiner Möglichkeiten erfolgreich macht. 30 Millionen Sparkassenkunden und Besitzer einer von 45 Millionen EC-Karten dürfte es genau so gehen.



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