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Buchempfehlungen der Redaktion Globalscout


Alexander Hartmann - Mit dem Elefant durch die Wand Alexander Hartmann
Mit dem Elefant durch die Wand

KEN. Alexander Hartmann (* 1985) ist anscheinend einiges gelungen, um sich bereits nach zehn Jahren im Beruf als »gemacht« zu präsentieren. Wenn er von »damals« und entscheidenden Erfahrungen in der Fernsehshow »The next Uri Geller« spricht, dann meint er 2008. Er war gerade mal 23.

 
 

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Das Buch »Mit dem Elefant durch die Wand« ist in der Karriere des Stuttgarters ein weiterer Meilenstein, mit dem er Kunden anziehen möchte. Alexander Hartmann verschenkt darin großzügig Videokurse und Links zu seinen Seiten und verbreitet damit seine Botschaft multimedial. Die Generation, die er mit seinem Erfolg vor allem inspirieren dürfte, steht vermutlich gerade vor der Wahl zwischen Studium und Beruf und saugt aus dem Netz alles herunter, was irgendwie nix kostet und ein bisschen skurril wirkt: Hypnose, eine schräge Frisur als Markenzeichen und das klare Bekenntnis zu Kohle ohne Ende. Alexander Hartmanns »Gebrauchsanweisung« für das Unterbewusstsein ist attraktiv verpackt.

»Ich hacke die Realität wie andere einen Computer!«

Als Inspiratoren nennt er häufiger Anthony Robbins (»Grenzenlose Energie«), Timothy Ferriss (»Die 4-Stunden-Woche«) und Napoleon Hill (»Denke nach und werde reich«). Es kommen noch ein paar andere dazu, die Alexander Hartmann als seine Quasi-Mentoren zitiert. Zumindest hat er deren Bücher gelesen und sich danach für Leidenschaft, Spaß und Wohlstand entschieden. Viel Arbeit war auch dabei und ein günstiger Planetenstand, während er seine Pläne vom Stapel laufen ließ.

Die Botschaft des TV-Hypnotiseurs ist nicht neu: Er setzt für das Unterbewusstsein lediglich den Elefanten als Metapher. Der Elefant ist unter anderem groß und stark. Er will mit Zuversicht geführt werden, sonst macht er, was er will. Zum Beispiel den Porzellanladen kaputt.

Die Erfolgswerkzeuge des 21. Jahrhunderts stammen zunächst einmal aus den Jahrhunderten davor: Hypnose, Selbsthypnose und Tools wie das angewandte NLP von Anthony Robbins. Nur werden diese Strategien selten so quellentreu zugeordnet. Lediglich Timothy Ferriss als einer der Inspiratoren von Alexander Hartmann weicht davon ab. In seinem Buch von 2014, »Der 4-Stunden-(Küchen-)Chef«, beschreibt Ferriss, wie er traditionelle Strategien nach Schwachstellen untersucht und sie dann so anwendet, dass er in möglichst kurzer Zeit den maximalen Erfolg hat. So wurde er sogar Weltmeister im Sumo-Ringen und lernte asiatische Sprachen in wenigen Wochen.

Alexander Hartmann ist seit knapp zehn Jahren auf der Bühne, Hypnoselehrer – mit über 700 Absolventen – und »High Performance Coach«. Ich denke, er ist auch ein guter Modellierer: Wem Anthony Robbins Bücher zu »old style« und amerikanisch sind, der findet eine ähnliche Atmosphäre bei Alexander Hartmann und seiner Elefanten-Geschichte wieder. Made in Germany eben. Erfolg ist für jeden möglich: Mit der entsprechenden Imagination, der passenden Physiologie, praktischen Erfahrungen und Glaubenssätzen, die bei Erfolg dann wieder die nächste Schleife des »Reality Loops« einleiten.

Alexander Hartmann schließt an das an, was seit den 1970er und 1980er Jahren die Menschen zu Tausenden auf den Seminarstühlen toben ließ. Der Stuttgarter setzt es seinem Buch zufolge zumindest so gut um, dass er sich bereits viele seiner Träume erfüllen konnte. Er hat weitere, damit er nicht »mit 30 tot ist und mit 80 beerdigt« wird. Seine Empfehlungen als »Mentalist« sind dabei das Eine. Auf der anderen Seite stehen die Möglichkeiten des Internets und Werkzeuge, mit denen Alexander Hartmann eine »Community« um sich herum aufbaut. Das ist mit all ihrer Scheinbarkeit und Flüchtigkeit der »Freunde«, »Follower« und »Likes« dann wirklich 21. Jahrhundert.

Alexander Hartmann teilt mit seinen Lesern, wie er sich mit den Möglichkeiten der neuen Medien eine riesige Kundenkartei aufgebaut hat. Das klingst ein bisschen wie der recycelte Flötist in Hameln. Alexander Hartmann verliert dabei keine Zeit, gemäß der Formel EAD: Eliminieren, Automatisieren, Delegieren. »Kann ich (etwas) eliminieren? Wenn nicht: Kann ich es automatisieren? Und wenn das nicht geht: Wer kann es dann für mich erledigen?« Für viele mag das neu sein, so wie sie erstaunt sein werden, dass ihr Lieblingshypnotiseur seinen Fernseher entsorgt hat und nur zu bestimmten Zeiten seine E-Mails abruft. Statt zu zocken, lebt er einfach.

Ich hoffe, dass ist nicht einfach nur ein Teil der Legende. Dazu gehört in den Erfolgsgeschichten vieler aktueller Trainer, dass sie zwingend auch einmal am Boden angekommen sein müssen, um sich von dort wieder wie Phönix aus der Asche zu erheben. Dafür sind knapp 7.000 Euro minus um dritten Geschäftsjahr noch viel zu wenig.

Der Stuttgarter ist ein fleißige Schaffer und ein mögliches Vorbild für viele, die Erfolg am besten jetzt und noch besser: schon gestern! haben wollen. Zumindest liest sich das so. Nun bin ich selbst Absolvent der »Mastery University« von Anthony Robbins. Als Ausbilder von Coaches in verschiedenen Verfahren und als Coach weiß ich, wie sehr Leidenschaft uns bei unseren Ziele trägt. Das ist eine wunderbare Energie. Und mit 30 hatte ich sicher auch selbst mehr davon.

Leider habe ich seitdem genügend Leute coachen müssen, die wenige Tage nach einem Hypnose- oder Motivationswochenende aus höchstem Überschwang ziemlich hart auf die Nase gefallen sind. Es lohnt sich deshalb, jede heilsversprechende Botschaft genau zu prüfen – und sie dann zu einem eigenen, ganz persönlichen Dialekt umzuformen. Sonst erkennt uns unser Elefant nämlich nicht wieder, und das wäre es dann das Ende des schönen Porzellans.



Der Werte-Manager
Peter Kensok, M.A. - Kommunikationstraining
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