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Elly Griffiths - GrabesgrundElly Griffiths
Grabesgrund

KEN. Dr. Ruth Galloway ist forensische Archäologin in Norfolk, England. Vom Anwesen der aristokratischen Blackstocks flogen im zweiten Weltkrieg amerikanische Piloten Angriffe auf Deutschland. Viele blieben über dem Ärmelkanal verschollen, zum Beispiel Frederick (Fred) Blackstock. Und der wird Jahrzehnte später auf dem Pilotensitz eines Bombers an Land gefunden.

 

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Der Baggerführer ist schockiert nach seinem Fund auf einem Gelände, über das sich längst Stadtentwickler hermachen. Der Tote in dem verschütteten Flugzeug scheint den Baueifer zu dämpfen – zumindest bis die Kriminalpolizei unter DCI Harry Nelson geklärt hat, warum der tote Heckschütze offenbar mit einem Schuss in die Stirn ums Leben kam und posthum ins Cockpit wechselte.

Eine schauerliche Familienfehde

Diese Eckdaten sind ebenso vielversprechend für Spannung wie Elly Griffiths als gefeierte Autorin ihrer alleinerziehenden Heldin Ruth Galloway. Die Archäologin kennt sich mit Gräbern wie solchen aus der Bronzezeit ganz gut aus, ist aber in Beziehungsdingen ziemlich tapsig. So zweifelt sie, ob ihre Beziehung zu Harry Nelson, dem Vater ihrer unehelichen Tochter Katie, eine weitere Chance verdient. Schließlich ist er auch der Vater inzwischen erwachsener Kinder von Michelle, die »undercover« mit seinem Kollegen Tim anbandelt.

Ruth könnte sich zudem durchaus auch vorstellen, ihre frühere Liebelei mit Frank vom amerikanischen Filmteam wiederzubeleben, das die Geschichte des verschollenen Frederick Blackstock dokumentieren möchte.

Dienstlich spielen für Ruth Galloway jetzt vor allem die Blackstocks eine Rolle, die ihre Gene in Norfolk offenbar weiter verstreut haben als in den Adelsregistern steht. Und offenbar waren sie einander nicht immer alle freundlich gesinnt. Das wirft Fragen auf, die beim Toten im Flugzeug lediglich beginnen.

Elly Griffiths setzt ihrer Heldin einem Fall im sturmumtosten Norfolk aus, der deren eigenes Leben gefährden wird. Schließlich ist der Adel nicht durchweg edel. Seine Vertreter hoffen stattdessen, auch in den nächsten Generationen mit ihren verwerflichen Taten unentdeckt zu bleiben. Und gerne opfern sie dafür das Leben derer, die ihnen auf der Spur sind.

»Very british!« - Ja, es geht immer wieder um Tee und Gebäck, das dazu gereicht wird. Es geht um aufwändige Kindergeburtstage, die Unfähigkeit der Helden, Beziehungen zu gestalten, um die Frage Sex oder nicht Sex. In dieser erzählerischen Umgebung ist es bereits eine Zeile wert, dass DCI Harry Nelson wenn, dann gleich immer eine ganze Kanne Tee zubereitet. Solche Alltagserfahrungen strecken eine spannende Grundidee auf eine redaktionell geforderte Länge.

Schade zudem, dass der Roman »Grabesgrund« heißt. Der Originaltitel »The Ghost Fields« (»Die Geisterfelder«) wäre historisch einwandfreier gewesen. Schließlich spielt die Geschichte an einem ehemaligen Fliegerhorst. Von diesen wurde alle paar Tage ein neuer angelegt, um die Deutschen zu verwirren. Manche waren einfach nur »Schattenfelder«, von denen niemals auch nur ein einziger Bomber über den Ärmelkanal startete.

Ich hätte mir an der Stelle ein paar Kürzungen gewünscht und habe zahlreiche Seiten quergelesen. Das Leben ist zu kurz für solche Füllsel. Und wer könnte das am besten bestätigen als Frederick Blackstock, der als bockiger Teenager nach Amerika auswanderte, um seiner Familie auszuweichen? Er kehrte zurück auf die Geisterfelder, um von dort bei einer Überlebenschance von eins zu vier als Heckschütze die »Krauts« zu bekämpfen. Seine wahren Feinde waren andere ...

2019 Griffiths, Elly - Grabesgrund



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