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Ashish Mehta - Der GlücksvertragAshish Mehta
Der Glücksvertrag

KEN. Am Ende habe ich den Glücksvertrag nicht unterschrieben, so wenig wie ich seinerzeit Mitglied von Zeugen oder Heiligen werden wollte. Das spricht nicht gegen das Buch, sondern dafür, dass ich bereits einen Vertrag habe und jetzt nur noch die eine und andere nützliche Klausel für mich hinzufüge.

 
 

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Ashish Mehta als Hauptinspirator und Gela Brüggemann als redaktionelle Unterstützung bieten ein 21-Tage-Programm für Glück. Solange also, wie die Henne braucht, um ein Ei auszubrüten, soll es danach dauern, bis man bereit ist, auch den Rest seines Lebens glücklich zu verbringen. Man unterschreibt und ist auf eine außerordentliche Weise den Rest seines Lebens fernöstlicher Weisheiten entsprechend glücklich. Täglich Yoga eingeschlossen.

Freie Gedanken mit dem Herzen verbunden

Stuttgart ist nicht Fernost, und in Stuttgart-Mitte wird gerade der Bahnhof verbuddelt. Das macht meine Frau unglücklich und mich damit mit, unseren Kindern ist es egal, und ich turne für etwas Überirdisches, das glückt - oder eben nicht.

Ich finde »Der Glücksvertrag« sehr mutig und angemessen für jeden, der sich noch nie Gedanken darüber gemacht hat, dass Bewegung, Überzeugungen und unsere Alltagsstrategien und Verbalisierungen zu Glücklichsein und Unglücklichsein beitragen. Man muss deswegen nicht jeden Tag Ingwer essen, Energiebahnen (Meridiane) drücken, indische Tees und nur dort vorkommende Beeren essen. Aber es schadet auch nichts, sich auf jeden Tag meditativ, wenn nicht betend, vorzubereiten, Rituale einzuhalten und den Körper durch irgendeine Bewegungsform zu spüren und die Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Nicht immer bin ich glücklich, aber immer wieder und wahrscheinlich auf meine ganz persönliche Art bei all den Herausforderungen immer öfter. Manchmal merke ich das sogar. Ich arbeite täglich an diesem Weg, der das Ziel ist.

Das Autorenteam Mehta/Brüggemann hat mich deshalb an einer Stelle besonders berührt, und das ist ziemlich am Anfang ihres Programms. Dort geht es darum, sich immer wieder zu entschrotten. Was schaue ich also täglich an und habe es doch schon seit Jahren nicht mehr aus dem Schrank oder Regal geholt? Müssen wir wirklich die Geschenke von ehemaligen Freunden, zu Ende gelebten Beziehungen, Verschwägerten und Verwandten aufheben, die uns seit Jahren ignorieren? Können wir die Vase der ungeliebten Schwiegermutter nicht endlich aus dem Blick schaffen, statt uns täglich von ihr in negative Gefühle hineinzuankern?

Glück ist ein persönlicher Dialekt, deshalb passt »Der Glücksvertrag« nicht für jeden. Aber für jeden ist die eine oder andere Anregung machbar. Sein Leben vereinfachen zum Beispiel. Auf die Ernährung achten. Nervige »Freunde« endgültig aus- und erfreuliche einladen. Ein klares Nein an der einen wie ein klares Ja an der anderen Stelle. Und wenn Yoga mit der eigenen Einstellung und Kultur gar nichts zu tun hat, den Rasen mähen oder den Squashball an die Wände schmettern. Selbst wenn man »zu Null« verliert, werden die Meridiane angeregt.

Eine Weile hat es mich genervt, dass jeder Indienurlauber, der sich einen roten Punkt an die Stirn klebte, gleich als erleuchtet galt. Aber die Welt ist nun einmal eins, und die meisten Kulturen sind so was von alt, dass sie wahrscheinlich ähnliche Glücksstrategien haben. Manchmal braucht es halt jemanden von außerhalb, der uns daran erinnert. Und wenn uns rein gar nichts in dieser Richtung bewusst ist, ist »Der Glücksvertrag« ein Impuls, der zum weiteren Nachdenken anregt.

Den Lotussitz habe ich nicht hinbekommen. Der Schneidersitz ging so. Der Knie wegen. Aber die Yoga-Vorführungen wie den »Sonnengruß« auf der DVD konnte ich sofort mitmachen - schön langsam, wunderbar symmetrisch, gymnastisch und sportlich einwandfrei für Mittelalte bis ganz Alte. Ob ich dadurch Glückspunkte bekommen habe, weiß ich erst in drei Wochen. Glück ist eine Chance, auf die wir nicht verzichten sollten.


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