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Atul Gawande - Über Leben und Tod - Für eine bessere MedizinAtul Gawande
Über Leben und Tod

KEN. Ich habe keine Ahnung, warum der englische The Independent dieses Buch von Atul Gawande als Meisterwerk bezeichnet. Dass ein Chirurg schreibt, soll schon mal vorgekommen sein. Zumindest muss Gawande ein anderes  Zeitmanagement haben als die meisten seiner Chirurgenkollegen, um all diese Infos über die meist Leben rettende und dann doch wieder Leben kostende Chirurgie zusammenzutragen.

 
 

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Zuerst einmal finde ich „Über Leben und Tod – Für eine bessere Medizin“ gut recherchiert und „vermittelnd“ zwischen Arzt und Patient. Wenn jemand mehrere Schichten hintereinander operieren muss, sind „Kunstfehler“ wahrscheinlich. Ich ging mit den beschriebenen Schicksalen mit, bewunderte Gawandes Offenheit und hoffe, niemals auch nur annähernd in der Nähe eines chronisch überarbeiteten Klinikpersonals operativ oder postoperativ behandelt werden zu müssen. Dabei ist es mir ziemlich egal, ob in einem deutschen oder einem amerikanischen Krankenhaus. Jede Entscheidung hier wie dort kann ein Menschenleben kosten, und wenn es zufällig mein eigenes wäre, weiß ich besser erst hinterher davon.

Für eine bessere Medizin

Atul Gawande ist Facharzt für Chirurgie an einer Klinik in Boston. Er schreibt über einfache medizinische Lösungen, die heute eigentlich erledigt sein müssten: Wie schwierig es zum Beispiel ist, sich wirklich zwischen zwei Patientenkontakten die Hände zu waschen. Dabei hatte dadurch schon Ignaz Philipp Semmeweis (1818-1865) die Kindbettsterblichkeit drastisch gesenkt. Auch wie die „Akkordarbeit“ im Krankenhaus Ärzte an ihre physischen und psychischen Grenzen führt, legt Gawande offen. Meinetwegen skalpellscharf und mit chirurgischer Präzision.

Für das meiste vom Rest muss man sich dann schon besonders interessieren und am besten selbst approbiert sein. Die Bredouille der Ärzte, die die Vollstreckung von Todesstrafen (USA) begleiten wollen, sollen oder müssen. Oder welche Logistik hinter (amerikanischen) Feldlazaretten steckt, um angeschossene und minenzerfetzte Soldaten nach Amerika auszufliegen. Das geht inzwischen unglaublich fix: Auch wenn die Zahl der Schwerverletzten wegen neuer Waffen heute höher ist und die Verletzungen grausamer sind, konnte die Todesrate doch wesentlich gesenkt werden. Irgendwann kam ich beim Lesen auf „Beta-Tester für eine fortschrittliche Medizin“: Die wird um so besser, je mehr sie unter Feuer geprüft und weiterentwickelt wird. Schade, dass es das anscheinend braucht.

Ab der Mitte etwa war mir das Buch dann doch zu amerikanisch. Es ist eben einfach übersetzt und der Inhalt dann doch irgendwie ziemlich weit weg. Ich wäre neugieriger geblieben mit mehr deutschen Anteilen – ohne Todeszelle, Kriegslazarette und ein Abrechnunggsystem, dass (amerikanische) Ärzte am Rande der Verzweiflung in die Übernächtigung zwingt. Aber das müsste dann ein anderer Chirurg schreiben.

Über Leben und Tod: Ein Buch eher für Mediziner, mögliche US-Immigrierungswillige und Urlauber, die trotz Warnung freiwillig in Krisengebieten den Kick suchen oder in Teilen amerikanischer Städte, die sogar die dortige Polizei und McDonalds meiden.



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