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Stephen King - Blutige NachrichtenStephen King
Blutige Nachrichten

KEN. Stephen King macht mit seinem Hausputz weiter. Wie in »Basar der Bösen Träume« verarbeitet er eine Reihe, hier also vier, längere Kurzgeschichten mit Ideen, für die es zu schade wäre, wenn er sie nicht selbst zu Lebzeiten veröffentlichen würde. Damit die Neugier auch genügend Nahrung bekommt, schließt ein neuer Outsider mit alten Freunden an die früheren Bestseller um Bill Hodges und dessen Lieblingsassistentin an.

 

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Was wäre also, wenn Craig, ein hilfsbereiter Vorleser im Teenageralter, einem steinreichen Ex-Unternehmer wie Mr. Harrigan ein Smartphone schenkte? Der Alte bockt zunächst, findet dann aber Gefallen an dem modernen Schnickschnack mit dem angebissenen Apfel als Logo und dem jungen Mann, der es gut mit ihm meint.

Viermal apokalyptisch, dramatisch, bizarr

Ein bisschen Charles Dickens und dessen Weihnachtsgeschichte spielt hier atmosphärisch mit rein. Dann aber wird es klassisch King. Der Junge gibt das Smartphone in einem unbeaufsichtigten Moment mit in den Sarg des verstorbenen Kauzes. Und länger als irgendein Akku bis dahin jemals gehalten hat, scheint der auf die Anrufe seines Schützlings zu reagieren. Er greift mit drastischen Mitteln in dessen Schicksal ein, und es wird Tote geben. Craig hat das Problem, die Geister, die er wie der »Zauberlehrling« rief, wieder loszuwerden.

»Chucks Leben« beginnt am Ende von dessen Leben. Überall wird Charles »Chuck« Krantz gedankt für »39 gute Jahre«. Ungefähr für soviel Jahre wie Stephen King sich als Erfolgsautor auf die Fahne schreiben kann, die kreativen Pausen einmal herausgerechnet.

Nur kennt niemand den einzig wahren Chuck, während die Welt sich zwangsweise auf ihren Untergang vorbereitet. Chuck nimmt seine Welt eben mit in den Untergang. Aller meisterhafter Schrecken ist zu Ende, so vermuten wir schon bald, wenn der Vorhang unwiderruflich fällt. – Licht aus!

Drew Larson ist Literaturdozent und wartet in einer entlegenen Hütte noch immer auf den Kuss der Muse, damit er seinen nächsten, dann hoffentlich erfolgreichen Roman schreiben und vollenden kann. Aus Mitleid mit einer sterbenden Ratte vor seiner Haustür gibt er ihr ein wärmendes Plätzchen am Ofen. Und die Ratte feiert eine geheimnisvolle Auferstehung.

Wie im Märchen mit der Fee dankt die Ratte Drew mit einem freien Wunsch: einen Bestseller gegen das Leben einer beliebigen Person. Für den ideenlosen Autoren kommt schon bald sein im Endstadium krebskranker Freund infrage. Vielleicht so etwas wie der Kandidat für eine ungewöhnliche Sterbehilfe. – Natürlich kommt alles anders.

Auch für Holly Gibney kommt alles anders. Sie findet den Reporter, der vorzeitig an der Schule auftaucht, in der gerade eine Paketbombe detonierte, verdächtig. Warum war Chet Ondowsky so früh am Tatort? Warum hat er auf einem Bild ein Muttermal plus den Schatten eines Schnäuzers und auf dem nächsten nichts davon?

Holly bekommt unerwartete Hilfe von einem über Neunzigjährigen und dessen treuen Enkel. Die beiden recherchieren seit Jahrzehnten über einen Reporter, der mit der Fähigkeit eines Gestaltwandlers jung geblieben zu sein scheint und bei allen möglichen Katastrophen auftaucht. Ernährt sich ein bisher unentdeckter Outsider wieder einmal von der Furcht seiner Opfer?

Die vier Geschichten sind nicht Stephen King in seiner besten Art, aber sie gehören der Vollständigkeit halber dazu. Selbst das ist immer noch viel für den großartigen Erzähler, der mit inzwischen 73 Jahren seine schriftstellerische Arbeit lebt und liebt. Vielleicht gehört dazu auch, nach über 39 richtig erfolgreichen Jahren nichts dem Zufall und streitenden Nachlassverwaltern zu überlassen.

Stephen King, so mein Eindruck, räumt in »Blutige Nachrichten« seinen Zettelkasten auf und verwertet Ideen, die es auch nach seinen Maßstäben noch in die Kategorien B und C geschafft hätten. »Blutige Nachrichten« als Ergebnis dieser Zusammenstellung ist noch immer hervorragendes, King‘sches Frischfutter für die Fangemeinde. Stephen King konnte/kann mehr, aber weniger als »Blutige Nachrichten« wäre auch ihm zu wenig.

2020 King, Stephen - Blutige Nachrichten



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